AG Erdgeschichte / Paläontologie

Die Eckernförder Bucht wird von einer einmaligen Küste begrenzt: sandige Flachküsten wechseln sich ab mit kleinen Dünen und schmalen, steinigen Stränden vor den zahlreichen Steilküsten.
Strandwanderer kommen ganz unmittelbar mit dieser abwechslungsreichen Küste in Berührung und einige können der Versuchung, irgendetwas aufzusammeln, nicht widerstehen. Wer Muschelschalen und Schneckengehäuse von den Stränden des Mittelmeeres kennt, wird von den verwandten Formen an der Eckernförder Bucht enttäuscht sein. Durch den geringen Salzgehalt der Ostsee und die niedrige Wassertemperatur sind die Muscheln und Schnecken klein und nicht so interessant geformt wie ihre Verwandten in salzhaltigeren und wärmeren Meeren.

Dafür sind aber andere interessante Funde möglich. So gibt es merkwürdig geformte Feuersteine (Flinte), teilweise mit Löchern („Hühnergötter“), des weiteren „Donnerkeile“ oder Steinkerne von Seeigeln. Sehr selten wird der Strandwanderer auch einmal einen Bernstein aufsammeln können.
Seeigel und „Donnerkeile“ sind Fossilien, die man lose zwischen anderen Gesteinen finden kann. Andere Versteinerungen kann man nur durch Aufschlagen von Gesteinen mit dem Hammer entdecken.
Anfänger unter den Sammlern werden nicht sofort alle fossilträchtigen Gesteine als solche erkennen und sich deshalb zunächst auf eindeutig erkennbare und lose zwischen den Gesteinen liegende Fossilien, wie die erwähnten verkieselten Steinkerne von Seeigeln, "Donnerkeile" oder "Blasenaustern" konzentrieren. Sehr interessante Funde sind aber auch in Kalken oder Sandsteinen möglich. Das Erkennen dieser sog. Sedimentärgeschiebe ist für Anfänger allerdings zunächst ein Problem.

Viele Sammler werden sich mit dem Betrachten ihrer Funde auf der Fensterbank oder in Vitrinen begnügen, andere wollen aber die wissenschaftlich korrekten Namen der gefundenen Fossilien wissen und mehr über die Epochen erfahren, aus denen sie stammen. Es gibt zwar zahlreiche gute Bestimmungsbücher für Gesteinsarten oder Fossilien, diese Bücher beziehen sich allerdings überwiegend auf Fossilien, die in anderen Ländern gefunden wurden oder setzen einige Grundkenntnisse voraus. Eine Bestimmung von Strandfunden wird zudem dadurch erschwert, dass viele Fossilien von der Brandung abgerollt sind oder nur als Bruchstücke vorkommen.
Die Arbeitsgemeinschaft Erdgeschichte versucht, bei Exkursionen zu den Steinstränden der Eckernförder Bucht und durch Artikel im Jahrbuch der Heimatgemeinschaft Eckernförde Interessenten das von Gletschern während der Eiszeit zurückgelassene Gestein zu erklären.